Guter-Samariter-Gesetz
First Aid & CPR Nigeria
Der barmherzige Samariter: Mitgefühl und Schutz
Die aus der Bibel (Lukas 10,25-37) stammende Parabel vom barmherzigen Samariter erzählt, wie ein halbtot zurückgelassener Reisender von einem Fremden gerettet wird, der ihn versorgt und für ihn sorgt. Über ihren religiösen Kontext hinaus trägt sie eine universelle Botschaft: die moralische Pflicht, anderen in Gefahr aus Mitgefühl und Selbstlosigkeit zu helfen.
Von diesem Grundsatz inspiriert, wurden weltweit zahlreiche Gesetze des barmherzigen Samariters erlassen, die jene vor rechtlicher Verfolgung schützen, die in einem Notfall in gutem Glauben Hilfe leisten. Der genaue Umfang dieses Schutzes ist jedoch von Rechtsordnung zu Rechtsordnung unterschiedlich: Nachfolgend finden Sie, was das für Ihre Region geltende Recht vorsieht.
Ihr Schutz nach dem Gesetz
Nigeria verfügt weder über ein eigenes Gute-Samariter-Gesetz noch über eine allgemeine Rettungspflicht, sei es unter dem Criminal Code der südlichen oder dem Penal Code der nördlichen Bundesstaaten. Beide Systeme beruhen auf dem Common-Law-Modell, in dem eine Unterlassung nur strafbar ist, wenn eine vorbestehende Rechtspflicht besteht: Der freiwillige Helfer wird an vernünftigem, gutgläubigem Verhalten gemessen. Der National Health Act 2014 (s. 20) untersagt Gesundheitseinrichtungen – nicht Passanten –, eine Notfallbehandlung zu verweigern.
Keine Handlungspflicht, aber jeder Grund zu handeln
Keine Pflicht trifft den bloßen Passanten, und Gute-Samariter-Gesetzentwürfe wurden vorgebracht, aber nie verabschiedet: In Nigeria bleibt es eine persönliche Entscheidung, einem Fremden zu helfen. Diese Freiheit hat eine Kehrseite – das Gesetz zwingt niemanden zum Handeln –, sie bedeutet aber auch, dass in gutem Glauben, umsichtig und im Rahmen der eigenen Mittel zu helfen den Helfer keiner harten Behandlung aussetzt. Was dann über das Schicksal des Opfers entscheidet, ist nicht das Gesetz, sondern die Anwesenheit von jemandem, der weiß, was zu tun ist.
Warum Ausbildung unerlässlich ist
Wenn ein Herz zu schlagen aufhört, sinkt die Überlebenschance um rund 10 Prozent pro Minute ohne Wiederbelebung – ein Countdown, den kein Gesetz verlangsamen kann. In Nigeria, einem riesigen Land mit enorm schwankenden Eintreffzeiten, wird der erste Zeuge zum ersten Glied der Rettungskette, jener, der die Minuten gewinnt, die der Rettungsdienst nicht bieten kann. Sich in Wiederbelebung und Erster Hilfe ausbilden zu lassen heißt nicht, einer Pflicht nachzukommen; es heißt, eine Wahl zu treffen – die, handeln zu können. Und diese Wahl kann eines Tages ein Leben wert sein.